Einladung zu "Mein lesbisches Auge 22"


 

Einladung zu „Mein lesbisches Auge 22“

 

 

 

Liebe Autorin, liebe Künstlerin,

 

 

 

am 24.2.2022 hat Russland einen brutalen Angriffskrieg gegen den souveränen Staat Ukraine begonnen und damit gegen das Völkerrecht verstoßen. Die (weltweiten) Auswirkungen dieses Krieges in Europa – den die meisten von uns nach Ende des Kalten Krieges wohl nicht für möglich gehalten hätten – sind überhaupt nicht abzusehen. Tote, Verletzte, eine humanitäre Katastrophe, Millionen Flüchtende.

 

Wir hatten diese Einladung bereits im Februar formulieren wollen, doch natürlich fällt es auch uns schwer, angesichts dieser bedrückenden, schrecklichen Ereignisse und der eigenen Hilflosigkeit zur Tagesordnung überzugehen.

 

Trotzdem finden Sie unten unsere Einladung.

 

 

 

Nachdem wir im vergangenen Jahr einen schönen, üppigen, spannenden, intimen Sonderband zum Thema „regionale Herkunft/Herkunftsorte“ zusammengestellt haben, wollen wir auch beim lesbischen Auge 22 bei einem Thema bleiben.

 

Diesmal geht es um: Arbeit.

 

Sie können allgemein darüber nachdenken und schreiben, oder auch einfach Szenen aus Ihrem Arbeitsleben ganz konkret erzählen.

 

 

Was arbeiten wir. Tun wir es gern, vielleicht sogar mit Leidenschaft, oder ist es nur ein Broterwerb? Was arbeiten/arbeiteten unsere Eltern? Ist das von Bedeutung für unser eigenes Berufsleben? Arbeiten wir (als) das, was wir uns in Kindheit und Jugend erträumt haben, oder etwas komplett anderes? Wie kam es dazu? Wie viel unseres Lebens macht Arbeit aus? Falls wir mit einer Partnerin leben – was arbeitet sie? Und gibt es hin und wieder Konflikte wegen der Arbeit? Empfinden wir uns hinsichtlich unserer Arbeit gesellschaftlich unten, in der Mitte oder weiter oben? Oder hat unsere Arbeit damit gar nichts zu tun, weil Wohlbefinden und Selbstbewusstsein sich nicht allein am Kontostand und der Tätigkeit bemessen lassen? Wie viel hat Arbeit überhaupt mit Geld zu tun? Ist Arbeit einfach nur das Gegenteil von Freizeit? Ist der Marx’sche Entfremdungsbegriff auch im 21. Jahrhundert noch aktuell? Und wie steht es um die vielbeschworene Work-Life-Balance? Ist Arbeit gleich Beruf? Ist sie nur der Beruf?

 

Und natürlich denken wir auch an Arbeit im übertragenen Sinn: „Ich arbeite dran.“ Arbeit an sich selbst, also den eigenen Fehlern, Unzulänglichkeiten, Arbeit an der Schönheit des eigenen Körpers (für uns? Für andere?). Beziehungsarbeit. Trauerarbeit.

 

Nicht zu vergessen: Sind wir bei unserer Arbeit out? Wenn ja, war das schwierig? Oder sind wir nicht out? Warum nicht? Gibt es gar „Gleichgesinnte“ unter den Kolleg*innen?

 

Für die Fotograf*innen unter Ihnen: Uns schweben Bilder von Menschen in ihrer Berufsbekleidung vor (alle Berufe können auch mit „*“ gedacht werden): Krankenschwester/Ärztin, Polizistin, Leistungssportlerin, Schornsteinfegerin, Bäckerin, McDonald’s-Mitarbeiterin, Richterin/Anwältin und und und.

 

 

 

Wir würden uns freuen, wenn Sie zu dieser Ausgabe mit Bild und Text beitragen möchten, und stehen Ihnen für Fragen jederzeit zur Verfügung. Alle Textgattungen sind erwünscht: Erlebnisbericht, Essay, Kurzgeschichte, Gedicht. Gerne könnte ihr auch einfach Szenen aus eurem Arbeitsleben konkret erzählen!

 

 

 

Die Beiträge brauchen wir im Frühsommer, Sie können uns natürlich aber gern schon früher etwas schicken. Und wir haben oben ganz sicher nicht alle Facetten dieses spannenden, komplexen Themas genannt und sind neugierig auf Ihre Sichtweise.

 

 


Bildeinsendungen* bitte an: gehrke@konkursbuch.com (oder an konkursbuch Verlag/Red. Mein lesb. Auge, PF 1621 D-72006 Tübingen)

 

Textbeiträge* an: regina.noessler@web.de (cc: gehrke@konkursbuch.com)

 

 Mit herzlichen Grüßen, Claudia Gehrke und Regina Nössler

 

 

 Weitere Informationen im allgemeinen Einladungs-PDF