Einladung zu "Mein lesbisches Auge 20"


Liebe Autorin, liebe Künstlerin,

 

in diesem Frühjahr 2020 ist alles anders – und der Ausnahmezustand wird sich möglicherweise noch über das ganze Jahr erstrecken. Wir haben uns in diesen Zeiten gefragt, wie es sich wohl anfühlt, gerade frisch verliebt zu sein – und die Angebetete nicht sehen zu dürfen (denn frisch Verliebte wohnen gewöhnlich noch nicht zusammen). Und dem gegenüber – wie fühlt sich das „Entlieben“ an, und was ist seine Ursache? (Falls es nicht mehrere Ursachen gibt.)

 

Wir sind selbst momentan reichlich okkupiert von Corona, wie ausnahmslos alle. Und wir fragen uns, was in den nächsten Monaten eigentlich in Kunst und Literatur geschieht – schreiben wir alle nur noch über die Einschränkungen des gegenwärtigen Lebens, fotografieren und malen wir ausschließlich Motive von Isolation, Leere, Abstand (oder vom herrlichen Himmel ohne Kondensstreifen)?

 

In jedem Fall wünschen wir uns auch in dieser ungewöhnlichen, belastenden Zeit Beiträge von Ihnen für „Mein lesbisches Auge 20“. Kluge, kritische, böse, amüsante, poetische, schöne, traurige, erotische (denn die Erotik befindet sich doch nicht im Lockdown???). Und gern darf darin auch Corona eine Rolle spielen! Einsamkeit oder Zusammengepferchtsein mit der Liebsten … keine Partys derzeit möglich …

 

Wir suchen: Texte (nahezu jeder Gattung: Essay, Kurzgeschichte, Kurzprosa, Lyrik, Tagebuch, Brief-/E-Mail-Wechsel, Sachtext) und Bilder (Fotografien, Gemälde, Zeichnungen).

 

 

Hier finden Sie Liste mit weiteren Themen.

Diese Themen sind Vorschläge – wir freuen uns auch über jeden anderen Beitrag, der lesbisches/queeres Leben und Lieben behandelt!

 

Verlieben und Entlieben

 

Irrtümer bei der Wahl der Partnerin.

 

Streitkultur, im Beziehungsalltag, in der Politik.

 

Berichte, Geschichten über Pannen, Missverständnisse im Beziehungsalltag/beim Sex.

Und über Glücksgefühle.

 

Was finden Sie beim Sex besonders aufregend?

Anregende Bilder, Texte, Bücher, Filme?

 

Ich träumte immer von einer: Lehrerin (Sport? Deutsch? Französisch? Mathe?), Polizistin, Pfarrerin, Professorin, Geldberaterin, Ärztin … Texte übers Schwärmen

 

Wer und was ist die Szene? Leben Sie in der „Szene“?

 

Rausch und Sucht: Alkohol, Marihuana (und/oder Härteres), Psychopharmaka. Rausch und Sex.

 

Gibt es heute noch einen lesbischen Dresscode?

 

Wie wohnen wir? Mit Partnerin? Kindern? Allein? Oder in WGs? Lesben-WGs unter Jungen oder auch unter Seniorinnen.

 

Sind Junge heute prüder als die, die in den 80ern und 90ern jung waren?

 

Gibt es Momente, in denen Sie sich wie eine Minderheit in der Minderheit fühlen? Wenn ja, warum?

 

Differenzen. Soziale Schichten, Bildung, Kulturen etc. Wie ist das in einer Beziehung/beim Sex?

 

Lesbisch (queer) und politisch „rechts von der Mitte“. Ein Widerspruch?

 

Lust und Ekel. Ekelt Sie manchmal etwas an Freundinnen, Bekannten, Ihrer Partner*in, an Ihnen selbst? Was finden Sie generell eklig? Ist es Ihnen schon passiert, dass etwas, was Sie theoretisch eklig finden, beim Sex lustvoll war?

 

Ist die Queer- (Trans- etc.) Bewegung auch dogmatisch? Inwiefern? (Und ist/war es auch die Lesbenszene? Heute? Früher?)

 

Zwanziger Jahre: essayistische, biografische Texte über Lesben und Lesbenszene, femme und KV in den 1920er Jahren

 

 

 

Bildeinsendungen* bitte an: gehrke@konkursbuch.com (oder an konkursbuch Verlag/Red. Mein lesb. Auge) PF 1621 D-72006 Tübingen)

 

Textbeiträge* an: regina.noessler@web.de (cc: gehrke@konkursbuch.com)

 

Redaktionsschluss für das lesbische Auge Nr. 20 ist der 15.07.2020. Sie können uns aber jederzeit, also gerne auch schon früher, Beiträge zusenden. (Wenn Sie möchten, natürlich auch für die anderen „AUGEN“, Mein heimliches und Mein schwules Auge. Themen auf Anfrage.)

 

Hier finden Sie ein PDF mit der Einladung sowie zusätzlichen technischen Abgaben

 

Mit herzlichen Grüßen,

 Claudia Gehrke und Regina Nössler und Herausgeberin Laura Méritt