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Frau mit halblangen blonden Haaren und Brille, lächelnd, am Neckarufer in Tübingen
Am Neckar in Tübingen (Verlagssitz)

Liebe Bücherinteressierte,

 

einen guten Sommer wünsche ich und viel Zeit zum Lesen. Vielfach besprochen und drei Mal auf der Krimibestenliste, einmal (Dezember 23) auf Platz 1, war der neue Thriller von Regina Nössler, Kellerassel. Manche Menschen erschaffen sich eigene verquere Welten, entfliehen ihrer Realität und sind einsam - das birgt Sprengstoff. Einsamkeit ist weit verbreitet, ging gerade /Juni 2024, Woche "Gemeinsam gegen die Einsamkeit") durch die Medien, bei uns im Frühjahr erschien auch das Lesbische Auge 23: Einsamkeit, Einsamkeit allgemein und im queeren Umfeld, in aktuellen Geschichten aus dem Leben und Historischem und in elogisch erotischen Fotoserien. Eine Veranstaltung im Literatursommer Baden Württemberg haben wir am 12.7. mit dem neuen (Mai 2024)  Konkursbuch 59 zum komplexen Thema "Freiheit". Ein "großes" Thema auch im "Kleinen" (Beruf, Beziehungen, Familien etc.). Freiheit oder Unfreiheit, das betrifft Menschen direkt.

Die Natur ist Thema in "poetica 9" und in dem neuen Buch von Ines Dietrich über die Natur, Pflanzen und Tiere, der Insel La Palma. Und weiter sind im Mai erschienen: Queere schräge Berliner Szenen von Joey Juschka und Geschichten, die sich Frauen nur "unter sich" erzählen, von Anna Breitenbach.

Von mehreren Büchern waren Paletten von unserer alten Auslieferung nach deren Insolvenz beim Bereitstellen für den Versand in die neue Auslieferung fälschlicherweise weggeworfen worden. So hat diese Pleite noch immer Nachwirkungen, denn deshalb waren einige Bücher länger nicht lieferbar. Im Juni endlich nachgedruckt wurde Opium für Ovid von Yoko Tawada, ein modernes "Kopfkissenbuch", es geht um 22 Frauen in Städten, die Verhältnisse untereinander und mit Dingen, Stoffen haben, um Schönheit, die nichts mit Älterwerden zu tun hat und vieles mehr  ... "Sie tanzen auf den versteinerten Verhältnissen ... Selten hat sich Weiblichkeit so fröhlich vorgestellt" (hieß es im NDR.)

Sie schreibt an eteas Neuem, ihre letzten Titel waren Zungengymnastik für die Genderdebatte, ein genauer Blick auf die Doppelbödigkeiten von Sprache und zwischen Kulturen, und Portrait eines Kreisels mit Natur- und anderen intensiven poetischen, auch politischen Gedichten   

 

Ein neues Fotobuch ist auch in Arbeit, Thomas Karsten stellte (schwere Auswahl unter seinen vielen Fotogrfien) seine schönsten bisher unveröffentlichten und ganz neue Schwarzweißbilder von 2003 bis 2024 zusammen. Quer durch Genre-Schubladen und Szenen die Jahrbücher zum Liebesleben Mein heimliches und Mein schwules Auge und die Konkursbücher - wir arbeiten an den neuen Ausgaben, hier finden Sie die Einladungen.

Vor der Freiheit kamen u.a. 58: Arbeit und 56: Tod  "Inhalt wie Gestaltung atmen die Freiheit des Geistes, das Buch ist ein Fest des Lebens – mit unserer aller Sterblichkeit, eine überaus kurzweilige, bunte und wundersame Collage." (Alf Mayer auf CulturMag). Ein kleines Lesevergnügen für zwischendurch sind die neuen "Wortschätzchen" von Sigrun Casper: Momentaufnahmen aus dem Leben und Gedanken zu Wörtern von A bis Z.

 

Und es erschienen einige Einblicke ins Leben anderswo:

Die Hauptfigur Jana hat Panikattacken. Das passiert vielen auch heute, und davon erzählt Suzana Tratnik in Die Pontonbrücke: Die Handlung spielt in der queeren Szene der frühen 90er in Slowenien, einer wilden Zeit mit viel Sex, Affären, Drogen, Aktivismus und Rebellion.  Andrea Karimé, Wörter Wörter Himmelörter schreibt über Kindheit im Libanon, Fantasie als Rettung und darüber zwischen Sprachen und Kulturen Kinderbücher zu schreiben. Juni 2024 hat sie den Friedrich-Bödecker-Preis erhalten. /

Ein Buch für alle, die alte Häuser und darin verborgene Geschichten lieben: Drei alte Häuser und vielerlei Leben - Zwei Frauen, die sich lieben und über 50 Jahre zusammen sind, 50 Jahre Frauengeschichte und durch die Häuser geht es weiter zurück, in die Geschichten der Menschen, die früher dort lebten. Eine verwobene sympathische autofiktionale Geschichte, die Sog entwickelt, auch wenn ich sie hier schwer erklären kann./

Eine weitere intensive Leseerfahrung können Sie mit einem Buch machen, das auch mit Häusern, besonders mit einem Haus, dem begrabenen Haus der Autorin und ihrer Vorfahren, zu tun hat: das Diario de un volcán/Tagebuch eines Vulkans von Lucía Rosa González aus dem unter Lava verschwundenen Ort Todoque.

 

 

Viel Spaß beim Blättern in unserem Verlagsprogramm.
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herzliche Grüße,

Ihre

Claudia Gehrke, Verlegerin

gehrke@konkursbuch.com

 

PS: ein kurzer Text im Buchmarkt und ein längeres Interview der Salonkolumnistin mit mir zu den erotischen Jahrbüchern.

Hier finden Sie einige Fotos zur Verlagspreisverleihung 2022.

Und hier unsere bisher zwei, bald drei Bücherlieder: "Das Lied vom Lektor" und "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Bücher eingestellt"