Gekitzelt werden und mutig sein, von Sonja Ruf
07. April 2021
Am 30.3.2021 trat ich morgens auf die Straße und rief mir selbst zu, mutig zu sein. Am Himmel stand ein lächelnder Tagmond, der fast noch voll war. Die Farbe des Himmels würde sich bald zu einem cremigen Blaubeerblau verdichten, noch war sie eher babyblau. Ich dachte an meine Kollegin Djuna Barnes, die sich hatte künstlich ernähren lassen, um als New Yorker Journalistin die Qualen nachzuvollziehen, mit denen ein Hungerstreik gewaltsam beendet wurde. Der Gedanke an sie gab mir Kraft. Ich...

Die Tauchglocke in der Suppe, von Silke Andrea Schuemmer
24. März 2021
Diese Corona-Situation macht mich definitiv nicht intelligenter. Leider. Ich würde gern sagen, dass ich ohne Ablenkung von Freunden, Shopping, Reisen, Tanzen und fast allem, was Spaß macht, umso kreativer, geläuterter, ja vielleicht sogar weiser aus dem Lockdown hervorschreiten werde, aber die bittere Wahrheit ist: nö.

Risiken und Nebenwirkungen, von Anne Bax
17. März 2021
Was ein zur Hausbar umgebauter Keller der Siebziger Jahre mit der aktuellen Gegenwart zu tun hat, lesen Sie gleich ... Können wir dieses Land durchimpfen und damit aus dem Lockdown befreien, bevor jede*r Deutsche einen eigenen Podcast hat?

Zehn Jahre nach Fukushima, von Yoko Tawada
11. März 2021
Wie lang ist die Halbwertszeit von Cäsium? 30 Jahre? Wie lange braucht Plutonium, um sich zur Hälfte zu reduzieren? 24.000 Jahre? Das Uran braucht sogar 4,5 Milliarden Jahre. Ich kann diese Vorstellung nicht ertragen, schließe die Augen und sage aus Trotz, dass alles sowieso für immer verseucht sei. „Für immer“ heißt „eine Ewigkeit“. Die Vorstellung von Ewigkeit ist erträglicher als eine konkrete hohe Zahl, deshalb flüchte ich in die Ewigkeit ...

Die Parade der Betagten, von Karen-Susan Fessel
10. März 2021
Im Fernsehen täglich entblößte Oberarme, in die geimpft wird (als könnten wir uns das nicht vorstellen). Karen-Susan Fessel begleitet ihre Mutter und schildert mit klarem Blick auf feine Details ...

Vor der Messe ist vor der Messe, von Amancay Kappeller
25. Februar 2021
Mein erstes Jahr im Konkursbuch Verlag. Die Zeit rast. Quasi über Nacht wird aus dem blutigen Verlagsneuling eine alte Verlagshäsin? Nun ja, dafür müsste dann doch noch ganz gewaltig an der Uhr gedreht wrdenwerden. Oder am Kalender. Ein ganz besonderes Verlagsjahr ...

Flach, von Yoko Tawada
12. Februar 2021
An sich ist es gut, dass ich in meinem Zimmer sitze und schreibe. Die Ferne in die Nähe zu holen oder Nähe zu spüren, alles findet in der Sprache statt. Was sowieso der Fall ist bei einer Autorin, trotzdem ist es jetzt schwieriger und komischer ...

Neustart Blog
05. Februar 2021
Die Tage werden länger, die Gedanken sprießen. Alle sitzen mehr als je zuvor zu Hause und die Gedanken drehen sich manchmal im Kreis .Bald kommt an dieser Stelle ein erster Text von Yoko Tawada.

11. Juli 2018
Meine ursprüngliche Aufgabe für das Schreiben eines Blogposts war es, einen Einblick in meine Arbeit beim Konkursbuch Verlag zu geben. Aus meinem ersten Beitrag wurde anstelledessen eine Erzählung über meine erste Erfahrung mit der Berufswelt. Und auch in diesem Blog schweife ich ab. Was ich jetzt erzählen möchte, ist, welche Bücher mir im Gedächtnis hängen geblieben sind (der Bericht über die konkrete Arbeit folgt hoffentlich in einem dritten Blogbeitrag), da ich in meinen Aufgaben...

06. Juni 2018
Vor Kurzem verbrachten wir wieder einmal viele Nächte mit den unvorhersehbaren Überraschungen einer Buchproduktion. Bücher einzurichten gehört zu den schönsten Arbeiten einer Verlegerin. Verleger größerer Verlage machen es nicht selbst, sie delegieren diese Arbeit an Grafikbüros oder einen Hersteller im Haus. Aber wir (wie die meisten kleineren Verlage) bauen die Bücher selbst. Früher wurden Texte gesetzt und Bilder lithografiert, aus den Satzfahnen und Kopien der Bilder Umbrüche auf...

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