Regina Nössler: Schleierwolken

Pressestimmen


21.04.2018: Regina Nössler und Patricia Highsmith

In der schönen Sendung "Grusel, Grauen und Gewalt. Faszination Krimi" von Silke Merten, RBB-Kulturradio, 21.04.18, wird Regina Nössler vorgestellt, als Vertreterin von Krimis, die nicht in erster Linie dem "Dreieck Verbrechen, Ermittlung, Aufklärung" folgen.

 

"Noch einen Schritt weiter [als Patricia Highsmith] geht die deutsche Autorin Regina Nössler.

In ihrem aktuellen Krimi bleibt lange unklar, ob ihre Heldin eine Mörderin oder doch nur das Opfer ist ... verdrängt ihre unglückliche Jugend im Ruhrgebiet und die Hassgefühle für ihre Mutter, die sich weigert, ins betreute Seniorenwohnen umzuziehen. Nur das Gefühl, dass ein Mann sie verfolgt, kann Elisabeth nicht so einfach verdrängen ... 'Ein Alltag, wie ihn jeder Mensch hat … und die Spannung holt sie daraus, weil es so real ist.' (Zitat Christian Koch)"
Zum Nachhören.


16.11.2017: Leiser Schrecken

Die anscheinende Kleinteiligkeit der Erzählung ist kompositorisches Prinzip. So hatte sie zum Beispiel in ihrem Roman „Auf engstem Raum“ einen kleinen Schreibwarenladen als klaustrophobisches Universum inszeniert, und so sind auch ihre Alltagssituationen, die menschlichen Interaktionen, das Innenleben ihrer Figuren nicht nur genaueste Vignetten, sie entwerfen nichts anderes als den Schrecken des Normalen, des Banalen, des pointiert Menschlichen. Sie befragt schon fast inquisitorisch Alltagserfahrungen auf ihre toxischen Implikationen – und sie wird in erschreckendem Masse fündig. Alf Mayer hatte sie vor Jahren in die Tradition von Patricia Highsmith gestellt, aber Nösslers Verzicht auf glamouröse Schauplätze, die ganz konkrete Ansiedlung ihrer Personen im täglichen Zermürbungsprozess des nicht privilegierten Arbeitslebens today hat noch eine Qualität, die den highsmith´schen Kunstwelten abgeht. Nösslers analytische Schärfe, ihr hypergenauer Blick beweist sich an dem, ‚was der Fall ist‘, ganz materiell, unausgesprochen soziologisch, und nicht nur auf psychologische Dispositionen beschränkt. Ihre Prosa korrespondiert mit unser aller Erfahrung, vermutlich deswegen erkennen wir uns so oft in ihren Konstellationen und Konflikten – und das sind keine schönen, aber durchaus Momente schmerzlicher Helle. Schockhafte Flashs, die einen innerlich erröten lassen. Aber bitte nichts verwechseln hier – Regina Nössler fordert nicht zur „identifikatorischen“ Lektüre auf, ihre Figuren sind keine Funktion, kein literarischer Taschenspielertrick, kein ‚Zielgruppenkalkül‘

Thomas Wörtche, culturmag.

 


16.02. / 23.02.2018: "Schleierwolken" im DLF

"Regina Nössler schreibt seit einigen Jahren ungewöhnliche Thriller und kümmert sich nicht um das, was als ‚Mainstream‘ gilt. Ihre Bücher verbreiten eine unaufdringliche, untergründige Spannung ... Regina Nössler erzählt unaufgeregt und in leisen Tönen von miefiger Enge, von Zurückweisung, Erniedrigung und körperlicher wie seelischer Gewalt. Sie erzählt von enttäuschten Erwartungen, unerwiderter Liebe unerfüllten Sehnsüchten und welches Gewaltpotential sich darin verbirgt.

'Schleierwolken' ist ein kleiner, feiner, fieser Thriller, der daran erinnert, dass stille Wasser sehr tief und sehr dunkel sein können."

Kirsten Reimers, Büchermarkt, Deutschlandfunk

 

„Selten wurde subtiler Horror so leise und so gekonnt erzählt."

Thomas Wörtche, Frühkritik, Deutschlandfunk Kultur 


09.02.2018: "Schleierwolken" bei Zeilenkino.de

„Schleierwolken“ ist ein Buch, dass sehr nahegeht, weil es an eigene Erfahrungen anschließt. Genau das ist die Qualität von Regina Nössler, die man gerade in diesem oftmals lauten, brutalen, blutigen Thrillerwelten allzu leicht übersehen kann."

Sonja Hartl, Zeilenkino.de


Februar 2018: Auf der Krimibestenliste von Deutschlandradio und F.A.S.

Berlin, Wattenscheid. Korrektorin Elisabeth fühlt sich verfolgt. Die einsame Mutter nörgelt, ihr geht jemand nach, sie fällt vor einen Bus. Demütigungen überall. Schlechtes Gewissen: Hat sie alles richtig gemacht? Einmal, als sie jung war. Diese Vergangenheit kehrt wieder. Subtil: Grauen des Alltags. Krimibestenliste


16.12.2017: "Schleierwolken" von Regina Nössler

"Regina Nössler gehört – literaturbetrieblich gesehen – zu den eher Stillen im Lande. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie zu den ganz Großen gehört. Ihr neuer Roman, 'Schleierwolken' unterstreicht das nachdrücklich."

 Thomas Wörtche, culturmag.de