Zitate aus Pressestimmen zu "Die Putzhilfe

Tobias Gohlis, Begründung zur Krimibestenliste Dez. 19

*Neu* sind: „Auf*Platz 5: Die Putzhilfe *von*Regina Nössler*Mit ihrem Kriminalroman *Schleierwolken *war Regina Nössler 2018 der Sprung auf die Krimibestenliste gelungen. Darin stand eine Frau im Zentrum, die als Korrektorin arbeitet, obwohl sie ein abgeschlossenes Studium hat. Noch deutlicher unter dem gemeinhin unterstellten sozialen Wert landet eine Mittdreißigerin, deren Namen wir erst spät erfahren, in *Die Putzhilfe*. Unter clandestinen Verschleierungsmaßnahmen hat sie bei Nacht und Nebel Mann, Spießerhaus und das münsterländische Kaff Senden hinter sich gelassen. In Berlin- Neukölln, unter den sozialen Antipoden, findet sie ein Kellerloch. Ein paar Hunderter ersparen ihr das Vorzeigen des Personalausweises. Als „Marie Weber“ – genannt nach der Ehefrau des Vaters der modernen deutschen Soziologie – wird sie mehr oder minder überrumpelt von einer älteren Frau, die ihr im Museum vor die Füße gefallen ist und sie als Putzhilfe anheuert.

 

Mit feinem Gespür hat *Regina Nössler* den allerdienstbarsten Begriff für diesen Beruf als Romantitel gewählt. Seit ihrem ersten Roman *Strafe muss sein* (1994) reist sie durch die Abgründe von Unterwerfung, Demütigung und Herrschaft. Was damals (*Nössler* ist Jahrgang 1964) vor jugendlicher Entdeckungslust beinahe überschwappte, ist in *Die Putzhilfe *anderthalb Dutzend Romane und Erzählbände später zum abgeklärteren, aber ganz und gar nicht entspannten Porträt dreier Frauen – 15, Mitte dreißig, Ende 50 – transponiert. Alle drei haben ihre Geheimnisse, und es ist der geschickten Erzählstrategie Nösslers zu danken, dass diese so lange verborgen bleiben, bis sie als soziale Wahrnehmungsstereotype aufgedeckte werden. Selten gab es einen Roman, auf den *Jim Thompsons* Satz „Es gibt zweiunddreißig Arten eine Geschichte zu schreiben, aber es gibt nur einen Plot: Die Dinge sind nicht, wie sie scheinen“ mehr zutrifft als auf *Die Putzhilfe*.Das Spiel dieses Kriminalromans mit Krimierwartungen und -stereotypen über versteckte Waffen und versteckte Motive ist zugleich eine Hommage an die heute „leider in Vergessenheit geratene“ britische Autorin *Celia Fremlin* (1914-2009, die selbst in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts als promovierte Cambridge-Absolventin aus einem Akademikerhaushalt als Putzfrau arbeitete, auf der niedersten Rangstufe der Hausgehilfen, und darüber das einzige englische Buch veröffentlichte, das den Begriff Putzfrau (char) im Titel trug. *Fremlin* griff in ihren 16 zwischen 1958 und 1994 veröffentlichten Kriminalromanen immer wieder auf diese persöliche Ur-Erfahrung weiblicher sozialer Existenz zurück. Ihren Roman *Rendezvous mit Gestern* (1972/1988) nennt Nössler wiederum als ihre Inspirationsquelle. Er ist nur noch antiquarisch zu bekommen.

 

 Am Freitag, den 29.11. hat Deutschlandfunk Kultur wie immer vorab eine Rezension zu *Die Putzhilfe *gesendet, diesmal von mir.“

 

(Rundbrief an die Kolleginnen und Kollegen in den Medien, Verlagen und Buchhandlungen, Krimifreundinnen und -freunde zur Krimibestenliste im Dezember 2019) 

 


Hans-Peter Eggenberger

„… Die Dynamik kommt aus den Beziehungen zwischen den drei Frauen. Und das Unheil lauert auf jeder Seite, was den Roman vom Anfang bis zum Ende immer spannend und irgendwie bedrohlich hält. Das ist ganz grosse Erzählkunst, wie man ihr – zumal im deutschen Sprachraum – leider nicht oft begegnet.“ (Tagesanzeiger, Basler Zeitung, 21.11.2019)

 


Sonja Hartl

Fein erzählter Thriller, der geschickt mit Wahrnehmungen und vorschnellen Urteilen spielt und unweigerlich überrascht.(Bücher Magazin 1/2020)

 


Thomas Wörtche

„Das ist ganz großes Suspense-Handwerk, von diabolischer Konsequenz …  ‚Die Putzhilfe‘ ist nach „Schleierwolken“ das nächste Meisterwerk von Regina Nössler.“ (CulturMAg, Bloody Chops, November 2019)

 


Manuela Hahn

Wenn eine Geschichte den Zusatz: Nichts ist, wie es scheint, verdient, dann diese ... Ich vergebe für ›Die Putzhilfe‹ eine absolute Leseempfehlung.(Blog Lesenswertes aus dem Bücherhaus)

 


Elmar Krekeler

„‚Die Putzhilfe‘ ist das unheimlichste Buch des Jahres. Dem Alltag traut man hinterher nicht mehr über den Weg.“ (Die Welt, 12.12.19, 40 Bücher des Jahres, empfohlen von WELT-Redakteuren)